Was ist ein Implantat?
Ein Implantat ist ein fest im Kiefer verankerter Zahnersatz, es handelt sich um eine künstliche Zahnwurzel, die in den Kiefer verschraubt wird. Der Begriff Implantat hat seinen Ursprung im lateinischen „inplantare", was „hineinsetzen" bedeutet.
Die häufigste Verwendung finden die sogenannten rotationssymmetrischen Implantate, also Schraubenimplantate, sie bestehen aus drei Teilen:
1. einer Schraube, die die Funktion der ursprünglichen Zahnwurzel übernimmt und in der Regel aus Titan besteht
2. einem Verbindungsstück (sog. Implantatpfosten), an dem der künstliche Zahn angebracht wird
3. einer Zahnkrone (sog.Suprakonstruktion), die aus einem Metallkern und einer Keramikverblendung besteht und den sichtbaren Teil des Implantates bildet
Dieses mehrteilige Implantat hat sich vor allem deshalb durchgesetzt, weil die möglichen Komplikationen während der Einheilungszeit deutlich geringer als bei anderen Implantattechniken ausfallen. Die Gründe dafür liegen darin, dass sich die Schraube sofort im Knochen festsetzt und sich nur wenig Knochen aufbauen muss, was sehr schnell zur sogenannten primären Stabilität führt. Dazu kommt vor allem aber, dass durch die Kombinationsmöglichkeit von Schraube, Verbindungsstück mit Gewinde und separater Suprakonstruktion die zuerst in den Kiefer eingesetzte Schraube während der Einheilungsphase nicht belastet wird.
Anders verhält es sich bei den einteiligen Implantaten, bei denen der Implantatkopf unmittelbar nach der Insertion in den Knochen aus der Schleimhaut herausragt und mechanische Belastungen nicht vermieden werden können.
Wie wird ein Implantat gesetzt?Der Zahnarzt legt zunächst an der für das Implantat geplanten Stelle die Schleimhaut zur Seite. Dann bohrt er kleine Löcher in den Kieferknochen, in die er die Implantatschrauben hineindreht. Danach wird die Schleimhaut über den Schrauben vernäht, nach zehn Tagen sind die Schrauben fest eingewachsen und das Zahnfleisch abgeheilt. Die Einheilzeit von 2-3 Monaten ohne Belastung der Schraube, in der sich der Knochen regenerieren kann wird abgewartet, bis schließlich das Verbindungsstück und die speziell im Labor angefertigte Zahnkrone aufgebracht werden können.
Die Kosten dieser schonenden und nachhaltigen Form des modernen Zahnersatzes werden von den befundbezogenen Festzuschüssen der gesetzlichen Krankenversicherung nur zu äußerst geringem Anteil kompensiert. Um empfindlich hohe Zuzahlungen zu vermeiden, empfiehlt sich im Vorfeld der rechtzeitige Abschluss einer Leistungsstarken Zahnversicherung. Auch ein
Kostenvorteil der privaten Krankenversicherungen wäre für manchen Menschen eine Alternative.